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"Badende" (1927)

CHRISTIAN ROHLFS "Badende" (1927)

´╗┐Wassertempera auf Papier, 61x49 cm, unten re. monogrammiert und datiert CR27, hinter Glas gerahmt


CHRISTIAN ROHLFS
(*1849 in Niendorf, †1938 in Hagen)
Christian Rohlfs Leben wird durch einen Unfall und seine Folgen zur Kunst hin gelenkt. Als 15-jähriger Junge stürzt er von einem Baum und verletzt sich am Bein. Der behandelnde Arzt, Dr. Ernst Stolle, ein Schwager Theodor Storms, gibt ihm gegen die Langeweile Zeichenmaterial und erkennt die künstlerische Begabung von Rohlfs (Wikipedia).  Ab 1870 beginnt die künstlerische Ausbildung in Weimar.

Es entstehen zunächst naturalistische Werke. Eine chronische Knochenmark-entzündung des verletzten Beines erzwingt 1873 dessen Amputation.

In den 80iger Jahren des 19. Jahrhunderts wendet sich Rohlfs als freischaffender Künstler in Weimar stilistisch dem Impressionismus zu. Ab 1901 lehrt er auf Einladung von Karl Ernst Osthaus an der Folkwangschule in Hagen. Rohlfs verändert nochmals seinen Stil hin zum Expressionismus. Motivisch rücken Stadtansichten, Landschaften, Pflanzen, religiöse Themen und tanzende Mädchen (u.a. Tatjana- Zyklus von 1931) in den Mittelpunkt.

Nach der Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 in München werden viele seiner Arbeiten konfisziert, darunter die im Hagener Folkwang-Museum befindlichen. Rohlfs erhält Malverbot und wird am 7. Januar 1938, einen Tag vor seinem Tod, aus der Preußischen Akademie der Künste in Berlin ausgeschlossen (Wikipedia).

Christian Rohlfs zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Expressionismus mit eigenständiger, unverwechselbarer Farb- und Formensprache.

Im Laufe seiner künstlerischen Entwicklung tritt in seinen Arbeiten die Form fast bis zur Unkenntlichkeit hinter die Farbe zurück, die zum allein bestimmenden Bildelement wird. „Eigenwert und Eigengesetzlichkeit der Farbe beruhen in erster Linie auf der Verwendung reiner Töne wie Blau, Rot, Gelb, Orange und Grün, wobei Rohlfs die wärmeren und tieferen Nuancen deutlich bevorzugt“ (Paul Vogt). Die starke Dynamik der Bilder entsteht durch die verwendete Wassertempera-Technik auf Papier und die Spannung der Farbformen in Verbindung mit der Kraft des Farbwertes.

Rohlfs gelingt vor allem in seinen späten Arbeiten eine „Umschmelzung der Farben vom materiellen Wert zum geistigen Gehalt“, die eine Übereinstimmung von Empfindung und Bild bewirken. Es entstehen so Werke von spiritueller Kraft und formloser Form, denen eine zeitlose, stilübergreifende Schönheit innewohnt.

Unsere Arbeit „Badende“ von 1927 ist ein gelungenes Beispiel für Rohlfs´ sinnliche Farbempfindung und die schwerelose Bewegtheit seiner Wassertempera-Bilder.

Quellen: Wikipedia. „Christian Rohlfs“ von Paul Vogt, Verlag M. DuMont Schauberg, Köln, 1967