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"Rastende Zigeuner" (1918)

MARIA UHDEN "Rastende Zigeuner" 1918

Holzschnitt, 26 x 20 cm, signiert von Georg Schrimpf für Maria Uhden



 MARIA UHDEN (*1892 in Coburg; †1918 in München)
 
Uhden wächst als Älteste von fünf Geschwistern in Coburg bei ihren Eltern in bürgerlichen Verhältnissen auf. 1910 erfolgt die Übersiedlung nach Gotha.
Uhden befreundet sich mit der zwei Jahre älteren Hannah Höch (1889–1978). Wie sie ist Hannah die älteste von fünf Geschwistern und hegt den Wunsch, Kunst zu studieren, in dieser Zeit für eine junge Frau ein hürdenreicher Weg. Mit 18 Jahren, 1911, geht Maria nach Berlin, ihre Freundin Hannah folgt 1912 nach. In Berlin entsteht der Kontakt zum expressionistischen Künstlerkreis "Der Sturm" und der von ihm herausgegebenen Zeitschrift „Der Sturm“. 1915 tragen sich Maria und ihre Freundin Hannah in das Gästebuch in Herwath Waldens Galerie „der Sturm“ ein, wo Uhden seit 1924 an der Kunstgewerbeschule studiert.
Bis 1919 publiziert Walden 15 Holzschnitte von Maria Uhden in der Zeitschrift „ der Sturm“, davon mehrere auf dem Cover. In dieser Zeit gehört die junge Künstlerin zum engsten Kreis um Nell und Herwarth Walden und wird von der zeitgenössischen Kunstkritik als herausragendes junges Talent gewürdigt. Im „Sturm“ sieht der Maler Georg Schrimpf zum ersten Mal ihre Holzschnitte und Aquarelle. Er erinnert sich 1920: „Ich war darüber sehr erfreut wie über keine anderen Bilder und sagte mir: ‚Das ist der beste Mensch, an diesen glaube ich‘. Ein Jahr später lernen sie sich kennen. Sie heiraten am 16. Mai 1917. Im Jahr 1918 bringt Uhden in München ihren Sohn Markus zur Welt. An den Folgen der Geburt stirbt sie. Walden organisiert für Maria Uhden 1919 eine große Gedächtnisausstellung. 
In Uhdens Werken wird der Einfluss der phantastischen Welten Chagalls sichtbar. Auch der Einfluss von Franz Marc ist in Maria Uhdens Werk unverkennbar. Maria Uhden erzählt in ihren Bildern nächtliche Geschichten von Frauen, Pferden, Stieren, Schweinen, von Menschen, die aus dem Sternenhimmel stürzen. In einem Brief an ihren Mann schreibt sie Anfang 1917: „Es macht, finde ich, das Leben so schön, wenn man das Wesen von allen Dingen miterlebt, denn alles hat seine Seele: Blumen, Tiere, Wolken, Berge, Städte, Häuser, die dümmsten Dinge, ein Stein, ein Pinsel, ein Stück Papier, eben alles!“ Diese Lebenshaltung bestimmt ihr ganzes Schaffen. So beschreibt der Schriftsteller Oskar Maria Graf die Wirkung ihrer Malerei auf den Beschauer: „Eine ungeheure Sanftmut und Erdschwere strömt aus den Körpern von Mensch und Tier.“
Leider gelten heute die meisten Ölbilder der Künstlerin als verschollen. Ganz vereinzelt tauchen im Kunsthandel ihre berührenden graphischen Arbeiten auf.
Wir sind sehr glücklich, in der kal-galerie eine Auswahl an Holzschnitten der Künstlerin präsentieren zu können.
 
Quellen: Ausstellungstext „Sturm-Frauen“, SCHIRN Galerie Frankfurt 2015
Maria Uhden,1994 Brinkmann& Bose, Wikipedia