Atelier

KARL TRATT „Im Atelier 1935“

Bleistift / Papier, 20,8 x 23 cm, signiert, datiert „Davos.8.6.35“, gerahmt

Preis: 540 EUR



KARL TRATT ( *15. Dezember 1900 in Sindlingen; †16. Dezember 1937 in Frankfurt) 
Als Maler des Expressionismus ist Tratt einer der wichtigsten Schüler Max Beckmanns am Staedel in Frankfurt. Der auch literarisch begabte Künstler gehört ab 1926 zu Beckmanns Meisterschülern und widmet sich in seiner kurzen Schaffenszeit mit obsessiver Hingabe der Malerei. Seine Arbeiten verbinden großes Einfühlungsvermögen und „das Streben nach Klarheit durch Konzentration " (Berliner Tageblatt noch im Frühjahr 1933). Ebenso wie die Beckmannschüler Inge Dinand, Georg Heck, Walter Hergenhahn oder Marie-Louise von Motesiczky, die Tratt eng verbunden war,  entwickelt er mit dem durch Beckmann vermittelten handwerklichen Rüstzeug eine eigene Bildsprache und emanzipiert sich so aus dem Kraftfeld seines Lehrers. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und Schließung der Beckmann-Klasse 1933 erkrankt Tratt ein Jahr später an Tuberkulose. Nach vergeblichen Heilungsversuchen in Davos, wo er Ernst Ludwig Kirchner begegnet, stirbt Tratt 1937 - einen Tag nach seinem Geburtstag.
Tratt hat über 400 Arbeiten auf Papier hinterlassen. Bleistift-Kohle, Kreide und Federzeichnungen, Aquarelle und einige Holz- und Linolschnitte. Mit wenigen Ausnahmen sind sie eigenständige Werke und nicht Vorzeichnungen für spätere Ölbilder. Sie sind spontan, persönlich und experimenteller als die durchkomponierten Ölbilder. Vor allem nach 1934, als Tratt aus gesundheitlichen Gründen keine Ölbilder mehr malen kann, werden sie neben dem Schreiben zu seiner wichtigsten Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken.