Badende

KARL TRATT „Badende“

KARL TRATT „Badende Frauen“
 
Um 1932/1933
 
Öl auf Leinwand, 48,3 x 80cm, gerahmt
 
Rückseitig Stempel auf Keilrahmen „Nachlass Karl Tratt Frankfurt / M“



Preis: auf Anfrage



KARL TRATT ( *15. Dezember 1900 in Sindlingen; †16. Dezember 1937 in Frankfurt) 
Als Maler des Expressionismus ist Tratt einer der wichtigsten Schüler Max Beckmanns am Staedel in Frankfurt. Der auch literarisch begabte Künstler gehört ab 1926 zu Beckmanns Meisterschülern und widmet sich in seiner kurzen Schaffenszeit mit obsessiver Hingabe der Malerei. Seine Arbeiten verbinden großes Einfühlungsvermögen und „das Streben nach Klarheit durch Konzentration " (Berliner Tageblatt noch im Frühjahr 1933). Ebenso wie die Beckmannschüler Inge Dinand, Georg Heck, Walter Hergenhahn oder Marie-Louise von Motesiczky, die Tratt eng verbunden war,  entwickelt er mit dem durch Beckmann vermittelten handwerklichen Rüstzeug eine eigene Bildsprache und emanzipiert sich so aus dem Kraftfeld seines Lehrers. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und Schließung der Beckmann-Klasse 1933 erkrankt Tratt ein Jahr später an Tuberkulose. Nach vergeblichen Heilungsversuchen in Davos, wo er Ernst Ludwig Kirchner begegnet, stirbt Tratt 1937 - einen Tag nach seinem Geburtstag.
Die Badeszene, für die Karl Tratt den ursprünglich auf der Leinwand vorhandenen Bildentwurf übermalt, dürfte um 1932 oder1933 entstanden sein. In dieser Zeit fand Tratt zu einer abstrahierenden, sich ganz auf das Wesentliche beschränkenden Bildsprache, in der leuchtendes Weiß kontrastreiche Akzente setzt. Bei den dargestellten Frauen dürfte es sich um die von Tratt sehr verehrte Marie-Louise v. Motesiczky und um Anne Krüger, ebenfalls eine Beckmann-Schülerin, handeln.